Asgerot Incelsior

Cross-Media-Künstler & Minimalist

5. September 2020

Lehre 25 - Beginne alles Wichtige so schnell wie möglich

Lehre 25 - Beginne alles Wichtige so schnell wie möglich

Lieber Bodo,

nach der »3-Tage-Regel« führst du jetzt noch die »72-Stunden-Regel« ein und man könnte versucht sein, beides synonym zu verwenden, aber du benennst diese zwei Regeln bewusst unterschiedlich.

Die »72-Stunden-Regel« besagt, dass ein Mensch innerhalb von 72 Stunden mit einem Vorhaben beginnen müsse, um sein Gehirn davon zu überzeugen, dass er es auch wirklich wolle, denn anderenfalls wird das Gehirn die Unterstützung verweigern und das Vorhaben einfach vergessen.

Ich möchte nun die drei Hauptaspekte deines Gesetzes ansprechen.

»Sofort« oder »sofort«?

Wir Menschen, und natürlich auch ich selbst, neigen dazu, die unterschiedlichen Bedeutungen des Wortes »sofort« zu verwechseln oder im schlimmeren Falle sogar zu vermischen.

Es ist ein großer Unterschied, ob ich etwas »sofort beginnen» (Zeitpunkt) oder »sofort erledigen« (Zeitspanne) möchte.

Die unangenehmen Dinge, die einem ansonsten nur den schönen Tag vermiesen würden, sollte ich sofort beginnen, damit sie mich nicht mehr weiter belasten können und damit auch Einfluss auf meine Arbeitsergebnisse der wirklich wichtigen Aufgaben nehmen.

Es mag mir am 31. Mai vielleicht nicht viel Spaß machen, meine Steuererklärung endlich abzuschicken und ich wäre viel lieber mit Freunden im Badesee, aber was glaubst du, wird passieren, wenn ich nach einem tollen Tag wieder nach Hause komme und dieses verflixte Formular sehe?

Wenn die unangenehmen Aufgaben erledigt sind, dann beginne ich mit der wichtigsten Aufgabe und arbeite solange an ihr, bis sie erledigt ist.

Das bedeutet aber nicht automatisch, dass diese Aufgabe sofort in fünf Minuten fertig sein muss, sondern dass ich schon sie gründlich beziehungsweise sorgfälltig erledigen sollte.

»Aufschieberitis«

Diesen Begriff hat vermutlich jeder von uns schon einmal gehört, aber was verbirgt sich eigentlich dahinter?

Es ist unsere »Fähigkeit«, unangenehme Themen solange ausblenden zu können, bis sie uns so dermaßen »auf die Füße fallen«, dass wir sie bearbeiten müssen.

Wenn nur noch diese Themen in unseren Gedanken kreisen und uns selbst in unseren Träumen begegnen.

Meist sind es nicht einmal so wichtige Dinge, wie der Zahnarztbesuch oder die Steuererklärung, aber wir wollen sie einfach nicht tun.

Aber was bitte schön »ekelt« uns zum Beispiel beim »Müll rausbringen« so sehr an, dass wir es partout nicht tun und solange warten, bis unser:e Partner:in es für uns erledigt?

Perfektionismus

Gerade als Künstler habe ich eine Sache als erstes lernen müssen:

Ein Kunstwerk wird niemals fertig sein!

Einer meiner Musik-Tutoren hat in einem seiner Videos gesagt, dass ich beim Mixing ruhig mit 80 Prozent zufrieden sein soll, dafür aber meinen Mix abschließen und meinen Song veröffentlichen kann.

Und seien wir ehrlich, die meisten Konsumenten meiner Musik werden keine ausgebildeten Tontechniker sein, die natürlich sofort hören würden, wenn meine Höhen zu spitz, meine Mitten zu dumpf und meine Bässe zu dünn sind.

Natürlich besteht in der Programmierung durchaus die Gefahr, dass ich »Sorgfalt und Gründlichkeit« mit Perfektionismus verwechseln kann.

Aber ich habe für mich inzwischen ein ganz gutes System entwickelt, damit ich mich nicht mehr so »verzettel«, wie noch früher, als ich weniger Erfahrungen hatte.

Das heißt, ich schließe meine Aufgaben ab, wenn zum einen das gewünschte Ergebnis von der programmierten Funktionalität geliefert wird, aber zum anderen prüfe ich auch, ob ich mögliche Anwenderfehler abfange.

Gerade für diese »Usability« gibt es aber Testläufe, die andere Personen durchführen, so dass ich mich in der Regel auf die Funktionalität konzentriere und meine Aufgaben bislang auch abschließen konnte.

Es gibt in unserem Leben so viele Dinge, bei denen andere Menschen gar nicht erst bemerken werden, dass wir sie nicht perfekt erledigt haben!

Also dürfen wir ruhig unsere »Qualitätszeit« mit den wichtigen Menschen in unserem Leben verbringen, anstatt »perfekte« Dinge noch besser machen zu wollen!

Vielen Dank, dass du mir hier wieder einmal sehr wichtige Denkanstöße mitgegeben hast.

Liebe Grüße,
Ingo

Wie denkst du darüber?

Deine Meinung zu diesem Thema ist mir wirklich wichtig. Daher möchte ich dich bitten, mir eine Email zu schreiben oder einen Kommentar bei Facebook zu hinterlassen. Vielen herzlichen Dank und ich wünsche dir alles erdenkliche Glück für dein Leben! Dein Ingo

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