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Wie man seine besten Freunde verliert

Aktualisiert am 27. September 2020 | Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten
Wie man seine besten Freunde verliert

In meinem gestrigen Beitrag habe ich bereits andeuten wollen, welches Thema dich heute hier erwartet.

Als ich im November 20016 das Klavierstück »Piano No. 1« (so lautete der offizielle Arbeitstitel für Opus No. 40) gespielt habe, saß meine damalige Partnerin im Raum und genoss das Stück sichtlich.

Okay, Beethoven war mit seinem Liebeslied für Elise ein paar Jahrhunderte früher auf den selben Gedanken gekommen, aber wieso soll man gute Ideen nicht einfach übernehmen?

Aufgrund unserer unterschiedlichen Lebensweisen, waren die vier Jahre unserer Beziehung manchmal eine wirkliche Achterbahnfahrt, aber zeichnet so etwas nicht gerade eine lebendige Beziehung aus?

Wegen der Entfernung und Arbeitszeiten konnten wir uns in der Regel nur an den Wochenenden sehen und so kam irgendwann der Dezember 2019, in dem ich ziemlich wortkarg das Ende der Beziehung ausgesprochen habe.

Ich hatte gerade das Buch über den Minimalismus gelesen und insbesondere das Kapitel über zwischenmenschliche Beziehungen hat mir sehr die Augen geöffnet.

Meine Partnerin und ich liefen zwar Hand-in-Hand in die selbe Richtung, aber mit deutlich unterschiedlichen Tempi.

Anstatt ein paar Gänge zurückzuschalten, zog ich es vor, die Reißleine zu ziehen und dem Ganzen keine Chance mehr zu geben.

Einige Monate später erhielt ich von meiner Ex eine Dankeskarte und im Grunde hatte sie damit recht, dass wir in der ganzen Zeit doch vieles richtig gut gemacht hatten und dass sie es bedaure, dass es mit uns nicht geklappt habe.

Wir bauten wieder den Kontakt auf und versuchten uns an der schwierigen Herausforderung, von einer partnerschaftlichen Ebene auf die freundschaftliche zu wechseln.

Zumindest hatte ich das gedacht und genau darin lag auch mein Fehler.

Meine Motivation dafür, den Kontakt wieder aufzunehmen, war es, sie als gute (wenn nicht sogar beste) Freundin zu halten.

In der Zeit, nach dem Tod meiner Mutter, war sie für mich da und half mir, so gut sie es vermochte.

Immer noch interpretierte ich diese Signale falsch.

Am Tag der Beerdigung kam sie nach Essen und der Tag endete damit, dass ich sie nach Hause brachte und wir seitdem kein Wort mehr miteinander gesprochen haben.

Was war geschehen?

Das kann ich natürlich nur vermuten, aber ich gehe davon aus, dass ihr an diesem Tag bewusst wurde, dass ich sie »nur« als eine gute Freundin ansehe und es niemals wieder zu einer intimen Beziehung kommen würde.

Offenbar hatte sie aber genau diese Hoffnung gehabt und wenn ich früher beziehungsweise direkt bei der Kontaktaufnahme kommuniziert hätte, welche Intentionen ich habe, dann wäre es vermutlich gar nicht soweit gekommen.

Wann immer du weißt, was du willst und was nicht, so sage es direkt deinem Gegenüber, damit er deine Signale richtig deuten kann und entsprechend reagieren kann!

Liebe Grüße vom Ingo

Wie denkst du darüber?

Da mir deine Meinung zu diesem Thema wirklich wichtig ist, möchte ich dich bitten, mir entweder eine Email zu schreiben oder einen Kommentar bei Facebook zu hinterlassen. Vielen herzlichen Dank! Dein Ingo

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