Asgerot Incelsior

Cross-Media-Künstler & Minimalist

25. Juni 2020

Erster Lösungsansatz zum Thema »Distanz«

Erster Lösungsansatz zum Thema »Distanz«

Als ich am Wochenende mit dem ICE nach Limburg unterwegs war, habe ich die Zeit »natürlich« auch dazu genutzt, mit einigen Freunden und Bekannten über WhatsApp zu kommunizieren.

Unter anderem schrieb eine Bekannte, dass sie gerade mit ihrem Partner unterwegs zum Flughafen sei, um ihn Richtung Brüssel zu verabschieden.

Ich sollte nun anmerken, dass die beiden seit dem europaweiten Lockdown praktisch eine Art »Ehe auf Probezeit« eingegangen sind, denn soviel gemeinsame Zeit am Stück haben die beiden in ihrer Beziehung bislang noch nicht verbracht.

Hinter ihrer Nachricht mit dem Flughafen war ein trauriger Smiley und in diesem Moment ist mir etwas bewusst geworden, das mir vielleicht auch bei meinem eigenen »Nähe und Distanz« Problem helfen kann.

Wie der Name schon sagt, geht es bei diesem Problem ja letztlich um zwei Punkte, die miteinander in Einklang gebracht werden sollten, um harmonische zwischenmenschliche Beziehungen zu führen.

Dieser Satz mit dem Smiley hat mir deutlich gemacht, dass ein Aspekt der Distanz bei mir dazu führt, dass ich, ebenso wie sie, sehr große Sehnsucht nach dem anderen Menschen verspüre, was sich dann unter anderem darin zeigt, dass ich diesem Menschen vermehrt Nachrichten schreibe oder den Drang verspüre, diesen Menschen so schnell wie möglich wiederzusehen bzw. mit ihm zu telefonieren.

Wie würdest du dich in dieser Situation wohl fühlen, wenn du dieser Mensch wärst?

Es ist in der Tat kein schönes Gefühl, welches ich diesem Menschen damit gebe und auch ich selbst kenne dieses Gefühl, wenn einem die Luft zum Atmen genommen wird.

Dadurch stoße ich diesen Menschen praktisch von mir weg, was dann zu dem Teufelskreis führt, dass der Andere sich immer mehr zurückzieht und ich mich umso mehr bei ihm melde und das Ganze irgendwann so eskaliert, dass ich diesen Menschen komplett aus meinem Leben verlieren werde.

Was wäre jetzt eine mögliche Reaktion, um diesen Teufelskreis zu durchbrechen bzw. ihn erst gar nicht aufkommen zu lassen?

Die erste Möglichkeit wäre wohl, überhaupt keine zwischenmenschlichen Beziehungen einzugehen, was natürlich keine Option ist, als soziales Wesen.

Die zweite, und für mich zielführendere, Möglichkeit ist, sich klar zu machen, was es eigentlich bedeutet, wenn die andere Person nicht bei einem ist.

Natürlich hat man das Gefühl von Verlust, weil man ja ganz genau weiß, wie gut der andere einem selbst tut. Sei es durch dessen Worte, Nähe oder auch Zärtlichkeiten.

Wenn man etwas Schönes »temporär verloren« hat, dann wächst natürlich auch das Verlangen, diese schönen Momente wieder erleben zu können.

Und genau diese zwei Punkte (Verlust und Sehnsucht) »sprangen« mich förmlich an, als ich die Nachricht meiner Bekannten gelesen habe.

Zu meinem Erschrecken, habe ich kaum über meine Antwort nachdenken müssen und im Anschluss festgestellt, dass ich mir damit selbst auch eine Antwort gegeben habe.

Es ist nicht schade, dass er geht, sondern es ist toll, dass ihr euch voller Freude wiedersehen werdet.

Klingt für sich genommen vielleicht ein wenig »spooky«, aber im Anschluss daran habe ich meinem Coach folgendes geschrieben:

Das Problem an der Distanz ist möglicherweise, dass man verlernt hat, sich bewusst auf das Wiedersehen zu freuen.

Es ist nicht schade, dass man sich nicht sieht, sondern es ist ein tolles Gefühl, zu wissen, dass man sich Wiedersehen wird.

Denn natürlich haben wir einen Menschen nicht automatisch dadurch verloren, dass er nicht bei uns ist, auch wenn sich das so anfühlen mag.

Wir werden diesen Menschen wiedersehen und dann wieder all die schönen Momente erleben, die wir in der Vergangenheit bereits mit diesem Menschen erlebt haben.

Darauf kann und sollte man sich bewusst freuen und dem schmerzlichen Gefühl des »Verlustes« keinen Platz in seinem Herzen einräumen.

Ich bin für diese Erkenntnis tief dankbar und freue mich, in den kommenden Wochen und Monaten zu erfahren, welche weiteren Möglichkeiten sich mir bei meinem Coaching Thema bieten, um es letzten Endes abschließen zu können.

Liebe Grüße vom Ingo

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