Asgerot Incelsior

Minimalist, Investor & Cross-Media-Künstler

Autor / Die Lehren des Bodo S.

Lehre 4 – Lerne mit Stress richtig umzugehen

Aktualisiert am 13. Juli 2020 | Geschätzte Lesezeit: 5 Minuten
Lehre 4 – Lerne mit Stress richtig umzugehen

Lieber Bodo,

wer die eigentliche Bedeutung der »110-Prozent-Regel« nicht richtig versteht und umsetzt, der wird vermutlich einen Burnout erleiden, wenn er Glück hat und sich nicht vorher zu Tode schuftet.

Du hast meines Wissens nach zwar nie offen geäußert, welche schwere Erkrankung dich vor vielen Jahren außer Gefecht gesetzt hat, aber wenn ich die von dir erwähnte Dauer berücksichtige, dann liegt es nahe, worum es sich gehandelt haben dürfte.

Ich persönlich hatte mein »Aha-Erlebnis« bereits vor knapp zwanzig Jahren, seit dem es mir ziemlich egal ist, was ein Arbeitgeber meint, von mir verlangen zu dürfen, auch wenn sowohl der gesunde Menschenverstand, wie auch Gesetze etwas anderes erzählen.

Nach einem Verkehrsunfall auf der Autobahn bei 130 Stundenkilometern, war weder die erste noch eine der weiteren Fragen meines Vorgesetzten diejenige, ob es mir denn soweit überhaupt gut ginge.

Musste ja so sein, sonst hätte ich ja wohl nicht mehr anrufen können, oder?

Ich denke, man sollte sich immer vor Augen halten, dass Außenstehende oft nicht erkennen können, wie es in einem selbst aussieht.

Das kann nur die Achtsamkeit der eigenen Persönlichkeit leisten.

Es mag für dich und deine Persönlichkeit vollkommen normal sein, dass du über deine Krankheit so offen gesprochen hast, um anderen ein mahnendes Beispiel zu sein.

Aber viele Menschen können sich selbst nicht einmal eingestehen, dass sie sich zuviel aufbürden und irgendwann den Preis dafür werden zahlen müssen.

Deine Worte, aber auch die meiner Freunde und meines Coachs, haben mir in den vergangenen zwei Wochen, seit dem Tod meiner Mutter sehr viel Halt und Mut gegegeben und inzwischen ist mir auch bewusst geworden, dass ich einfach zuviele Dinge in meinem Leben versuche unter einen Hut zu bekommen.

Sei es die Trauer, der Beruf, der Hauskauf und die damit zusammenhängenden Aufgaben, aber es ist wichtig, mich jetzt selbst zu begrenzen und nicht meine gesamte Energie zu verbrauchen.

Weißt du, lieber Bodo, wofür ich dich wirklich sehr schätze?

Dass man jederzeit eines deiner Bücher in die Hände nehmen kann, oder sich ein älteres Video von dir ansieht und feststellt, dass man entweder vergessen hat, was du einem darin zu sagen hast oder auch mit frischem Blick etwas völlig neues entdeckt.

So ist es mir gerade erst wieder ergangen, als ich mir dein siebtes Gesetz durchgelesen habe:

Wenn wir unsere Gedanken kontrollieren, kann Stress uns nichts anhaben!

Bodo Schäfer: »Die Gesetze der Gewinner« (3. Auflage), Kapitel 7, Seite 64

Wieder einmal lacht mich da ein simpler Satz an, dessen Bedeutung mir bis gerade eben noch nicht wirklich bewusst geworden ist und das, obwohl es sich dabei um eine fett gedruckte Überschrift handelt.

Womit ich in den letzten Wochen arg zu kämpfen hatte, liegt hier ganz offen zu meinen Füßen und ich brauche mich einfach nur zu bücken und deinen Ratschlag annehmen.

Wie sehen also meine Reaktionen auf deine 24 Ratschläge aus?

  1. Ich verpflichte mich, jeden Augenblick bewusst und konzentriert zu erleben und dort fokussiert anwesend zu sein, wo ich mich gerade befinde
  2. Ich verpflichte mich, mein Arbeitstempo zu bestimmen, bei dem ich mich wohlfühle
  3. Ich verpflichte mich, mir Zeit für das Wesentliche in meinem Leben zu nehmen und meine Woche und meinen Tag entsprechend zu planen
  4. Ich verpflichte mich, nicht zu viele Aufgaben in meine Agenda aufzunehmen, damit ich nicht irgendwann nur noch reflexartig reagiere
  5. Ich verpflichte mich, mich abzuschotten, wenn ich etwas tue, das meine absolute und ungeteilte Konzentration erfordert
  6. Ich verpflichte mich, immer einen Zeitpuffer einzuplanen, um nicht in Hetze zu verfallen
  7. Ich verpflichte mich, weder übermäßigen Ehrgeiz, noch einen zu großen Perfektionsanspruch an den Tag zu legen
  8. Ich verpflichte mich, erzielte Erfolge gebührend zu feiern, indem ich eine Pause einlege und das Gefühl der Dankbarkeit und des Glücks bewusst auskoste
  9. Ich verpflichte mich, keinen dauerhaften Erfolg zu erwarten, sondern zu akzeptieren, dass es Winter und Sommer gibt
  10. Ich verpflichte mich, mich selbst nicht zu wichtig zu nehmen, damit Gewinn, Verlust, Lob oder Tadel mich nicht aus der Ruhe bringen und ich inneren Frieden finde
  11. Ich verpflichte mich, mir keine unnötigen Sorgen um meine Zukunft zu machen, sondern alle Energie für den jetzigen Moment einsetze
  12. Ich verpflichte mich, Ordnung zu halten, auf meinem Schreibtisch, in meiner Wohnung und in meinem Leben, damit mich nichts ablenken kann
  13. Ich verpflichte mich, alles zu genießen, was ich tue und mit dem Herzen dabei zu sein
  14. Ich verpflichte mich, regelmäßig Pausen festzulegen und diese konsequent und ohne Ausnahme einzuhalten
  15. Ich verpflichte mich, nicht immer unter Kontrolle zu sein und auch Dinge zuzulassen, die ich nicht lenken kann
  16. Ich verpflichte mich, alle anstehenden Aktivitäten aufzuschreiben, um diese quantifizieren und abarbeiten zu können
  17. Ich verpflichte mich, Aufgaben und Verantwortung an andere Menschen abzugeben, um ihnen die Chance zu geben, Fehler zu machen und daraus zu lernen
  18. Ich verpflichte mich, einen Teil meines Tages aus Routinen bestehen zu lassen, um diszipliniert das innere Gleichgewicht zu erhalten
  19. Ich verpflichte mich, von Zeit zu Zeit richtig albern zu sein, um den Psychostress loszuwerden und König der Welt zu sein
  20. Ich verpflichte mich, nicht immer einen Sinn in dem zu suchen, was ich tue, sondern ich gönne mir die Leichtigkeit, vollkommen absichtslos zu handeln
  21. Ich verpflichte mich, der Erreichbarkeitsfalle zu entkommen, indem ich mein Handy nur manchmal einschalte, statt es nur manchmal auszuschalten
  22. Ich verpflichte mich, in meine Gesundheit und mein emotionales Wohlbefinden zu investieren
  23. Ich verpflichte mich, mir regelmäßig einen »Gammeltag« zu gönnen, an dem ich auch einfach mal nur im Bett liegen bleiben werde
  24. Ich verpflichte mich, diese Verpflichtungen nicht als die »Zehn Gebote« anzusehen, sondern sie Schritt für Schritt in mein Leben zu integrieren

Vielen Dank, lieber Bodo, und nachdem ich diesen Blogeintrag aktualisiert habe, werde ich deinen Praxis-Tipp 5 umsetzen und mich für 15 Minuten ruhig und bequem hinsetzen und einfach mal NICHTS tun.

Liebe Grüße,
Ingo

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Da mir deine Meinung zu diesem Thema wirklich wichtig ist, möchte ich dich bitten, mir entweder eine Email zu schreiben oder einen Kommentar bei Facebook zu hinterlassen. Vielen herzlichen Dank! Dein Ingo

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