Asgerot Incelsior

Minimalist, Investor & Cross-Media-Künstler

Autor / Die Lehren des Bodo S.

Lehre 31 - Errichte geduldig dein Fundament

Aktualisiert am 12. September 2020 | Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten
Lehre 31 - Errichte geduldig dein Fundament

Lieber Bodo,

beim Lesen dieses Kapitels ist mir bewusst geworden, wie geduldig meine Mutter gewesen ist und mit welchem unerschütterlichen Willen sie daran geglaubt hat, dass ihre Söhne etwas in ihrem Leben erreichen werden.

Mein Werdegang war nun alles andere als geradlinig, aber egal, was auch immer ich ausprobiert habe, sie war immer für mich da und stand mir mit Rat und Tat zur Verfügung, wenn ich wieder ein Stück meines Fundamentes gebaut habe.

Kindergarten, Grundschule, Gymnasium; da schien der Weg Richtung Abitur und Studium zu zeigen.

Aber nach der zehnten Klasse wollte ich lieber meine Bankausbildung machen und Wertpapierberater werden.

Zum Abschluss der Ausbildung bot man mir eine Stelle als Privatkundenberater an, aber ich wollte mittlerweile lieber im EDV-Bereich tätig sein.

Also erst einmal zur Bundeswehr und dort war ich dann als DV-Maschinenbediener eingesetzt.

Nach der Bundeswehr habe ich mich dann für eine Ausbildung zum Fachinformatiker beworben, aber beim Vorstellungsgespräch sagte der damalige Geschäftsführer, er hätte keinen freien Platz, aber er suche jemanden für den Außendienst als Systeminstallateur.

So bin ich also zwei Jahre durch ganz Deutschland gefahren, habe unsere Software installiert, angepasst und die Anwender darauf geschult, bis eines Tages in der Zeitung eine Stelle als Programmierer veröffentlicht war.

Eine kurze Bewerbung, ein Anruf, ein Gespräch und fünf Tage später saß ich bereits in einem anderen Büro und hatte mein Hobby, meinen Traum, zum Beruf gemacht.

Leider ist dieses Unternehmen insolvent gegangen zur Jahrtausendwende und so entschied ich mich, mein Abitur nachzuholen und ein Studium zum Diplom-Volkswirt zu beginnen.

Das Abitur eher holprig geschafft und das Studium nach den ersten Semestern abgebrochen, nachdem bei meiner damaligen Partnerin wieder Krebs diagnostiziert wurde.

Also suchte ich einen Job bei einem Versandhändler als Webentwickler und kämpfte gemeinsam mit meiner Partnerin gegen diese Krankheit.

Als der Gehirntumor nicht mehr existierte und sie als Krebszellenfrei galt, zerbrach auch die Beziehung, weil wir im Grunde keine großen Gemeinsamkeiten hatten, außer dem Kampf gegen die Krankheit.

Der Job langweilte mich mittlerweile auch, da viele Aufgaben an Agenturen ausgelagert wurden und das Delegieren und Verwalten wahrlich nicht meine Welt sind.

Stefan würde sagen, mir liegt eher die Arbeitsdimension der Fachkraft.

Folgten sechs Jahre als Zeitarbeiter, in denen ich mich so richtig austoben konnte und eine Vielzahl an unterschiedlichen Tätigkeiten kennen- und schätzenlernen durfte.

Das ging dann bis 2018, wo ich über eine Initiativbewerbung meinen heutigen Arbeitgeber gefunden habe.

Diese ganzen Jahre über gab es immer einen Menschen, der an mich geglaubt hat und auch wenn der Rest der Verwandtschaft oder gar meiner Freunde der Meinung waren, ich sei verrückt, diesen Weg zu gehen, so stand meine Mutter immer hinter mir.

Natürlich habe ich selbst das Fundament aufgebaut, auf dem ich heute mein Gebäude errichte und selbstverständlich habe ich geduldig und hart daran gearbeitet, meine bisherigen Erfolge zu erreichen.

Nichts wurde mir geschenkt.

Auch wenn meine Mutter nun nicht mehr da ist, so hat sie mich doch zu einem Menschen erzogen, der seine Träume nicht nur träumen darf, sondern auch unbedingt verwirklichen sollte.

Sie sagte mir niemals, dass etwas nicht ginge, sondern sie ermunterte mich, Dinge auszuprobieren, selbst wenn ich dabei auf die Nase falle.

Aber nur so lernt man auch das richtige Hinfallen und Aufstehen.

Physisch ist sie zwar nicht mehr anwesend, aber in meinen Erinnerungen, in meinen Gedanken und in meinem Herzen wird sie immer einen Platz haben, um mich zu ermahnen, meinen Weg weiterzugehen, egal wie krumm, steinig und anstrengend er sein wird.

Das alles ist mir bewusst geworden, als ich dein Kapitel gelesen habe und ich bin dir dafür sehr dankbar.

Liebe Grüße,
Ingo

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